Van Riper aktualisiert

In diesem Seminar, das von Betroffenen und Fachleuten gleichermaßen besucht

werden kann, berichtet der Referent, welche Änderungen in seinem Therapiekonzept

sich in den 23 Jahren therapeutischer Tätigkeit ergeben haben.

Ausgehend vom Konzept von Charles Van Riper und dessen vierstufigem

Phasenmodell ist das „Van-Riper-Programm als intensive Intervalltherapie“

entstanden. An dieser Organisationsform wird von 1987 bis heute festgehalten.

 

Zum Referenten:

Andreas Starke ist Logopäde und lebt in Hamburg. Er hat seine Ausbildung an der

Western Michigan University erhalten, an der Charles Van Riper bis 1976 gelehrt hat.

Seit 1987 hat er insgesamt über 600 jugendlichen (ab 14 Jahre) und erwachsenen

Patienten in Gruppen in Form einer „intensiven Intervalltherapie“ mit behandelt. In

den Jahren 1995 bis 2006 hat er Fortbildungsseminare durchgeführt, an denen über

1.000 deutsche Logopädinnen und andere Fachleute teilgenommen haben.

 

Zum Inhalt:

Inhaltlich ist die Phase „Identifikation“ in der van Van Riper vorgeschlagenen Form im

Wesentlichen erhalten geblieben.

Die Phase „Desensibilisierung“ ist in ihrem Ansatz (Gegenkonditionierung) ebenfalls

erhalten geblieben, dennoch ist das Grundkonzept um einige Elemente erweitert und

ergänzt worden (Bewältigung von Angst und Scham durch sorgfältige Planung und der

Ausführung des gefassten Plans).

Die größten Veränderungen betreffen die Phase „Modifikation“. Diese betreffen insbesondere

die eingesetzte Technik, d.h. die Form der Reaktion, die an die Stelle der alten

Stotterreaktion treten soll. Der Aspekt der Verlangsamung an sich wird weitgehend

fallengelassen, die Verflüssigung tritt vor allem aufgrund einer Änderung des Ansatzes

von automatischem Sprechen, das Stottern enthalten kann, zu „achtsamem Sprechen“,

das stotterfrei ist, ein. Das achtsame Sprechen (das auch als „synthetisches Sprechen“

bezeichnet werden kann) soll ein getreues Abbild der normalen Sprechbewegung des

jeweiligen Patienten sein.

Die Endphase der Therapie, die „Stabilisierung“, zielt auf den Erwerb und die

Festigung von zweierlei Sprechweisen, nämlich dem (1) Pullout-angereicherten

Sprechen (eine griffige Bezeichnung fehlt noch) und einer Art (2) Notsprechen, das

ausreichend flüssig ist, um jede Sprechsituation zu bewältigen.

 

Seminarziel:

Teilnehmer können erwarten, dass in diesem Seminar der Ansatz von Van Riper

ausführlich und anhand von praktischen Beispielen erläutert wird. Das gilt ebenso für

die inzwischen eingetretenen „Aktualisierungen“. Diese werden ebenfalls theoretisch

erörtert und mit den Teilnehmern praktisch erprobt. Im Ergebnis wird dieses Seminar

dazu führen, dass der Modifikationsansatz in der Stottertherapie (der sich

grundsätzlich vom Fluency-Shaping-Ansatz unterscheidet) für die Teilnehmer deutlich

und nachvollziehbar ist.

 

 

 

Van Riper aktualisiert
SeminarnummerS-0284-AS
Termine 20. - 21.11.2012, 09:00h - 16:15h
Fortbildungspunkte 16
Dozent Andreas Starke (Dipl.- Math., Master of Arts (Western Michigan U), Logopäde)
Kosten270,00 EUR
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