Logopädie bei Demenz
Differentialdiagnostische Hinweise und therapeutische Möglichkeiten
Seminarinhalte
Obwohl Demenz (noch) nicht im Indikationskatalog logopädischer Leistungen auftaucht, können dementiell erkrankte Patienten und ihre Angehörigen von logopädischer Kompetenz profitieren. Der Erhalt der Kommunikationsfähigkeit ist bei Menschen mit Demenz ein entscheidendes Kriterium, eine Heimunterbringung hinauszuzögern. Diese zu erhalten, ist das Ziel logopädischer Arbeit.
In diesem Seminar lernen die TeilnehmerInnen, Licht ins Dickicht der Demenzdiagnosen zu bringen, die Probleme der Differentialdiagnostik zu verstehen.sowie differentialdiagnostische Untersuchungen durchzuführen und auszuwerten.
Sie lernen verschiedene Ansätze therapeutischer Begleitung für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen kennen und können ausgewählte Vefahren sowie geeignetes Therapiematerial ausprobieren. Die TeilnehmerInnen haben Gelegenheit, eigene Erfahrungen einzubringen und mit FachkollegInnen zu diskutieren, ausgewählte therapeutische Verfahren durchzuführen sowie vorgestelltes Therapiematerial anzuwenden
Inhalte
Am ersten Tag lernen die TeilnehmerInnen verschiedene Demenzformen und ihre möglichen sprachlichen Symptome im Überblick kennen, wobei der Schwerpunkt auf dem Verlauf der Alzheimer-Demenz liegt. In Kleingruppen werden neuropsychologische Tests erarbeitet und im Plenum auf ihre Anwendbarkeit bei Aphasikern diskutiert.
Weiterhin werden diferentialdiagnostisch nutzbare Tests vorgestellt und die Auswertung in Fallbeispielen verdeutlicht und geübt.Am zweiten Tag werden therapeutische Möglichkeiten in der logopädischen Arbeit mit dementen Menschen vorgestellt und erprobt. Hier soll auch Gelegenheit gegeben werden, eigene Erfahrungen einzubringen, Fallbeispiele zu besprechen und mit KollegInnen zu diskutieren. Therapiematerial soll in Kleingruppen erprobt, im Plenum vorgestellt und die Anwendungsmöglichkeiten diskutiert werden.
Methoden
Die Vermittlung von Wissensinhalten geschieht durch Vortrag, teilweise gestützt durch PowerPoint-Präsentationen. Diagnostiken werden in Kleingruppen erarbeitet und im Plenum vorgestellt, es werden viele Tonbeispiele mit Transkripten sowie Videos präsentiert. Jeder TN erhält ein ausführliches Skript.
Referentinnen
Andrea Schultze-Jena arbeitete nach ihrem Logopädie-Examen 1989 in verschiedenen Einrichtungen der neurologisch-geriatrischen Rehabilitation in Berlin, Niedersachsen und im Breisgau sowie als Lehrlogopädin für Aphasie. 1996 - 2001 absolvierte sie das Studium der Patholinguistik an der Universität Potsdam mit dem Schwerpunkt Neurolinguistik und von 2007 bis 2008 ein Weiterbildungsstudium der Erwachsenenbildung. Seit ihrer Diplomarbeit beschäftigt sie sich mit Sprachstörungen bei Demenz und bietet Fortbildungen im Bereich modellbasierte Aphasietherapie sowie Sprachstörungen bei Demenz an.
Heike D. Grün arbeitete nach ihrem Logopädie-Examen 1982 in einer neurologischen und psychiatrischen Abteilung einer Akutklinik in Hamburg. Seit 1986 ist sie in freier Praxis mit dem Schwerpunkt neurologisch-logopädische Rehabilitation tätig, ist seit 1997 Trainerin für Mentale Aktivierung und seit 2007 LSVTloud-Therapeutin. Seit mehreren Jahren kooperiert die Praxis Grün mit Senioreneinrichtungen in Hamburg und arbeitet hier mit Sprach- und Schluckstörungen bei Demenz. Sie bietet Fortbildungen in den Bereichen “Aphasie und Demenz” ( aus der Praxis für die Praxis) und “Mentales Aktivierungstraining in der logopädischen Therapie” an.
| Logopädie bei Demenz | |
|---|---|
| Seminarnummer | S-0252-AS |
| Termine | 12. - 13.10.2012 Fr. 10:00h - 17:30h Sa. 08:30h - 16:00h |
| Fortbildungspunkte | 16 |
| Dozentin |
Andrea Schultze-Jena (Logopädin (dbl), Klinische Linguistin (BKL) ,Diplom-Sprachwissenschaftlerin (Patholinguistik)) |
| Kosten | 245,00 EUR |
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